Leitbild

Präambel

In der Überzeugung, dass die Stärkung des europäischen Gedankens und die internationale Zusammenarbeit zwischen den Völkern auf der Grundlage von Freiheit und einer demokratischen Lebensordnung eine vordringliche Aufgabe aller verantwortungsbewussten Kräfte ist, bei der die katholische Erwachsenenbildung einen wichtigen Dienst zu leisten hat, haben sich am 2. Mai 1963 in Luzern/Schweiz katholische Erwachsenenbildner aus europäischen Ländern zur „Europäischen Föderation für katholische Erwachsenenbildung – FEECA“ zusammengeschlossen Die FEECA hat den partizipativen Status beim Europarat, Kategorie B, am 20. Jänner 1967 erhalten. Die FEECA bezieht sich in ihrer Grundsausrichtung auf die Charta Oecumenica des Rats der europäischen Bischofskonferenzen. Die FEECA hat ihren Sitz in Brüssel. Der operative Sitz der Geschäftsstelle ist nicht an den rechtlichen Sitz gebunden und kann auch an einem beliebigen anderen Ort in Europa sein.

1. Zweck

Die FEECA …..
….. verbindet nationale Zusammenschlüsse katholischer Erwachsenenbildungseinrichtungen zu einem europäischen Netzwerk und repräsentiert dieses in der europäischen Bildungslandschaft.
….. unterstützt durch dialogische Bildungsvorgänge innerhalb einer kulturell und religiös vielfältig geprägten europäischen Gesellschaft das Recht von einzelnen und von Gemeinschaften auf Existenz und Würde und erhebt die Stimme für ein christliches Menschenbild.
….. knüpft an die vielfältige und unterschiedliche Bildungs- und Kulturtradition der katholischen Kirche in den europäischen und außereuropäischen Ländern an, unterstützt die nationale Weiterentwicklung kirchlicher Erwachsenenbildung und bietet internationale Foren des gegenseitigen Lernens an.
….. vertritt die katholische Erwachsenenbildung auf Europaebene sowohl bildungspolitisch gegenüber Politik und Gesellschaft als auch kirchenpolitisch gegenüber den christlichen Kirchen. Sie leistet damit einen wesentlichen Beitrag beim Auf- und Ausbau europäischer Bildungs- und Kirchenpolitik.
….. treibt inhaltlich und methodisch-didaktisch die Professionalisierung der katholischen Erwachsenenbildung in Europa durch die Entwicklung gemeinsamer Qualitätsstandards, durch institutionelle Zusammenarbeit und Austausch in Theorie und Praxis und durch internationale Lernpartnerschaften dynamisch voran.

2. Grundsätze

Die FEECA orientiert sich am biblischen Menschenbild und vertritt die Grundwerte Ehrfurcht vor allem Lebendigen Bei allen Initiativen wird auf den Vorrang der Person vor ihrer gesellschaftlichen Rolle geachtet. Jegliches Leben, auch das beschädigte, genießt Respekt. Offenheit und Toleranz Ein wertschätzender Umgang bildet die Grundlage der Kommunikation. Wissen, Intuition und Glaube, sowie Konfessionen, Religionen und Kulturen können so füreinander durchlässig gemacht werden. Auf diese Weise kommen vielfältige und gegensätzliche Wahrnehmungen und Lösungsmöglichkeiten ins Spiel, die besonders die sozialen Kompetenzen einzelner und Gruppen dynamisieren. Qualität/Glaubwürdigkeit Die konkrete Arbeit der FEECA beruht auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, auf lebendiger Praxis und auf historischer Erfahrung. Sie geht achtsam und zeitgemäß mit dem mystisch-politischen Potential (Überzeugungen und Werten) der kirchlichen Tradition um und fördert eine Spiritualität der Entscheidung. Solidarität Die nationalen Institutionen stärken einander durch Information, Meinungsbildung und Interventionen (Maßnahmen) im europäischen Netzwerk und engagieren sich verantwortungsvoll für partnerschaftliche Lernvorgänge in den Globalisierungsprozessen. Zukunftsfähigkeit Zur Entwicklung visionärer Kräfte auf nationaler und europäischer Ebene wird zur Auseinandersetzung mit der Biographie einzelner, mit der Gesellschaft und mit Religion, Kirche, Wissenschaften, Kultur und Wirtschaft angeregt. Lebensbegleitendes Lernen für alle Die FEECA setzt sich für die Unterstützung und Verbreitung des Konzepts eines lebensbegleitenden Lernens für alle ein. Besonderes Augenmerk gilt den gesellschaftlich Benachteiligten und Schwachen. In der Ausrichtung auf eine ganzheitliche Bildung steht sie für eine Erwachsenenbildung bis ins hohe Alter hinein.

3. Ziele

Die FEECA will …..
….. das Grundrecht des einzelnen auf Bildung in den politischen Gremien einmahnen und durch die Förderung von strukturellen Maßnahmen in den Regionen möglichst vielen Menschen in Europa Zugänge zur Bildung eröffnen.
….. sich an der Beschreibung und Umsetzung eines zeitgemäßen Bildungsbegriffs gemeinsam mit den Schulen, Universitäten und anderen Erwachsenenbildungseinrichtungen in Europa beteiligen. Dabei bringt die FEECA die existentiellen Dimensionen eines ganzheitlichen christlichen Menschenbilds ein und grenzt sich gegen Tendenzen der Funktionalisierung und Ökonomisierung ab.
….. den Stellenwert der allgemeinen Erwachsenenbildung im Zusammenhang mit und gegenüber der beruflichen Aus- und Weiterbildung stärken.
….. durch lebendige Austauschprozesse in Arbeitsgruppen, Projekten und Fachtagungen der Mitglieder einander fundierte wissenschaftliche Theorien und reiches Erfahrungswissen zur Erwachsenenbildung zugänglich machen und auch zur Entwicklung gemeinsamer Konzepte und Strategien nutzen.
….. Begegnungsräume, Lernorte und Ausbildungsmöglichkeiten anbieten und in Anspruch nehmen, um Verantwortliche unterschiedlicher Bildungskulturen zu befähigen, dialogisch, wertorientiert und innovativ in einer vielfältigen religiösen und kulturellen Gesellschaft zu denken und zu handeln.
….. länderübergreifend ein Profil katholischer Erwachsenenbildung entwickeln, das im pluralistischen Angebot als Qualitätsmarke erkannt werden kann und öffentlich anerkannt wird.

4. Tätigkeiten

Die Mitglieder der FEECA legen Wert auf interne Kommunikation untereinander und mit Interessierten. Sie korrespondieren miteinander, laden zu Gesprächen ein und nehmen Gesprächsangebote an, organisieren Zusammenkünfte, verfassen Diskussionspapiere und nutzen alle Möglichkeiten moderner Kommunikationsmittel. Die Vertreter/innen der FEECA suchen die Kommunikation mit politischen Vertretungen auf internationaler und nationaler Ebene, mit Bildungsvertreter/inne/n und Bildungspolitiker /innen, mit Vertreter/inne/n von Erwachsenenbildungseinrichtungen, mit innerkirchlichen Führungspersönlichkeiten und Gruppen sowie mit Vertreter/inne/n anderer Konfessionen, Kirchen und Religionen. Die Vertreter/innen der FFECA erstellen Vorschläge, führen Konsultationen durch, verfassen Konzepte für europäische Projekte, vernetzen sich mit allen Personen und Organisationen, die an diesen Themen Interesse zeigen. Sie bilden zu diesem Zweck auch Arbeitsgruppen, Gesprächsgruppen und virtuelle Diskussionsforen. Die Mitglieder der FEECA beteiligen sich an Lernpartnerschaften. Sie forcieren europäische Lernprogramme und unterstützen sich wechselseitig – durch Fachkenntnis und Herstellen von Kontakten – bei den zur Teilnahme an derartigen Projekten notwendigen Arbeiten. Die Verantwortlichen der FEECA organisieren Fachtagungen und Symposien, treten in der Öffentlichkeit durch gezielte nationale und internationale Pressearbeit auf. Die Verantwortlichen der FEECA sind offen für neue Methoden der Erwachsenenbildung, die sie erproben und weiterverbreiten. Besonderes Augenmerk gilt dabei zukunftsorientierten Projekten mit Nachhaltigkeit.

Szombathely, am 4. Mai 2004